Herzlich Willkommen bei der Niederdeutschen Bühne Wismar

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"Plattdütsch läwt!"



 

Unser aktuelles Stück: "De Dood vun de Yuccapalm"

Elke Rohlfs alias Heide und Ayk Leineke als Gernot haben verschiedene Vorstellungen darüber, wie es mit der besonderen Palme weiter geht. Foto: Nicole Hollatz

 „Wo kann man so'n doesige Palm blot Horst nööm'n?“ Wie bitte schön kann man eine „dösige“ Pflanze „Horst“ nennen? Das fragt Gernot. Und seine Tante Heide entgegnet frech: „Du nöömst di doch ok Komponist?“

Und so geht es Schlag auf Schlag im neuen Stück der Niederdeutschen Bühne Wismar. „De Dood vun de Yuccapalm“ heißt der „schwarze Schwank“, an dem die Maaten seit Monaten proben. Am 9. März feiern sie Premiere im Wismarer Theater.

Zurück zu Horst, der vermenschlichten Yuccapalme, die von Heide verhätschelt und gepflegt wird, übrigens im Gegensatz zum Neffen, der im Haus frieren muss! Ayk Leineke spielt den Neffen. „Das Zusammenspiel mit der Tante reizt!“, kommentiert der Darsteller. Dazu der Streit über die Topfpflanze, die wie ein Heiligtum behandelt wird.

Elke Rohlfs alias Heide erklärt wieso: „Das ist eine spezielle Pflanze, es kommt Wahrheitswasser raus!“ Und die wechselnden Männerbekanntschaften von Heide plaudern nach diesem Drink all ihre Geheimnisse bis hin zum Pin der Bankkarte aus. Und das nutzt Heide ganz leidenschaftlich und erleichtert die Männer um manch einen Euro.

Gernot findet das moralisch verwerflich, ist aber selbst nicht viel besser. Um über die Runden zu kommen verkauft er den Schmuck der Tante. Gernot ist ein ziemlich erfolgloser Künstler und komponiert Musik „för Orchester un Starkstrom-Elektroleier“.

Und falls sich da niemand drunter was vorstellen kann: das klingt „as'n Pageluun bi't Affnippeln. Vun'n Dampwalz plattplätt't. 'n Dampwalz mit'n kaputten Utpuff.“ Und Gernot hasst Horst, die Palme mit dem Wahrheitswasser.

 „Ick künn disse botanische Missgeburt, dit äkelhaftige Pottgemüse mit sein gräsigen Smack nah stinkige Möwenshiet mit grote Lust in Schieben snieden, Stück för Stück in denn'n Schredder packen und denn'n kroepeligen Rest to'n Recyceln an de nächste Fabrik för Klopapier verköpen!“ Ach, wie schön schimpft es sich auf Plattdeutsch!

Aber Heide weiß genau, wo das Problem ist: „Du büst doch blot iewersüüksch, wiel Horst de eenzich Mann in mien Läben is!“

Und dann nimmt, logisch, die schwarze Komödie ihren Lauf. Gernot beklaut die Tante, um über die Runden zu kommen. Die Tante beklaut die liebestollen Männer. Und nicht nur die Pflanze heißt Horst.

Ein echter Killer will Horst an den Kragen. Detlev Kuß spielt den und könnte super als Mafiosi durchgehen! Marion Balbach spielt die kleinkriminelle Freundin von Gernot, Astrid Kuß spielt die Nachbarin und Sebastian Ahlert den genauso unehrlichen potentiellen Liebhaber Felipe. Der will nämlich was ganz bestimmtes von Heide. Aber nicht das, was sie denkt.

Katharina Waldmann, genannt Seidel führt Regie. Auch am Staatstheater in Schwerin hat sie in den vergangenen Jahren regelmäßig „up platt“ inszeniert. Das Stück von Linus Höke und Helge May hat Willi Kuß von der Niederdeutschen Bühne ins mecklenburger Platt übertragen.

Quelle: Nicole Hollatz, Ostsee-Zeitung vom 30.1.2019


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